„Greenhorn-Rock“ brachte Saal zum Toben

Ungewöhnlich fetzig ging es am vergangenen Mittwochabend in der Aula des Berufskollegs in Tübingen zu, als es die Big-Bands der Gesamtschule bei ihrem zweiten gemeinsamen Musikabend mit Jazz und Rock mächtig krachen ließen.

Inzwischen sind es schon drei Big-Bands aus drei Jahr-gängen, die sich ein konzertreifes Programm erarbeitet haben, und die vierte steht bereits in den Startlöchern. Vor wenigen Wochen haben die Schüler der Klasse 5.6 den Unterricht an ihren Instrumenten aufgenommen und bei der letzten Probe, so die Leiterin Erika Weber, haben sie zum ersten Mal alle zusammen einen sauberen Ton gespielt. Das ist schon ein gewaltiger Fortschritt, reicht aber leider noch nicht ganz, um an einem Big-Band-Konzert teilzunehmen. Daher mussten die Fünftklässler am Mittwochabend noch zusehen, wie ihre Mitschüler aus den höheren Klassen den rappelvollen Saal auf Hochtouren brachten.

Party und volle Hütte

Den Anfang machten am Mittwoch die Schüler der Klasse 6.6 unter der Leitung von Michael Budde. Hier und da hat es bei so schwierigen Nummern wie dem verjazzten Canon von Pachelbel oder dem witzigen „Kaufrausch-Rap“ zwar noch geklappert, aber es war toll zu sehen, wie viel die Kinder nach einem Jahr schon gelernt haben und mit wie viel Spaß sie bei der Sache sind. Danach waren die Schüler der Klasse 7.6 an der Reihe und heizten – angetrieben von Klaus Peter- dem begeisterten Publikum mit Klassikern wie „Louie, Louie“ und „Summertime“ oder der druckvollen Filmmusik von „Mission Impossible“ ein.

Den Höhepunkt erreichte die Stimmung aber dann bei den alten Hasen aus der Klasse 8.6, schließlich haben sich hier nach drei Jahren Arbeit unter Band-Leader Wilfried Pieper schon richtige Könner entwickelt: Ein bärenstarker Schlagzeuger als Herz einer sicher aufspielenden Rhythmus-Combo und jede Menge vielversprechender Bläser-Talente, die bei ihren Solo-Einlagen von ihren laut kreischenden Fans so frenetisch bejubelt wurden, dass selbst die Beatles neidisch geworden wären. Bei Stücken wie dem Bossa-Hit „Mas Que Nada“, dem allseits bekannten „Pink Panther“ oder dem kritischen und selbst getexteten Rap „Alle anders, alle gleich“ konnten sie alle zeigen, was sie schon drauf haben.

Es war ein toller Abend mit drei fabelhaften Bands, und als sich zum Schluss

alle etwa 100 Nachwuchsmusiker zur „XXXL-Big-Band“ formierten, um mit dem“Greenhorn-Rock“ noch einen drauf zu setzen, tobte der Saal vollends.